Symposion. Ein Rausch in acht Abteilungen

Süffig und sexy. Draußen die Überlegung: Ob man Konzerte nicht prinzipiell überhaupt nur noch in dieser Form veranstalten sollte?

– DER STANDARD

SYMPOSION – die legendäre netzzeit-Produktion mit dem Klangforum Wien, wird Ende Jänner für eine kurze Serie von vier Vorstellungen an den Ort ihrer Uraufführung (21. September 2001) in die Halle E des MuseumsQuartier in Wien zurückkehren.

Langsam und mit Anmut haben sich die Alten bei ihren Zusammenkünften betrunken. Die Grundannahme der Symposia war, dass der Wein als das Geschenk der Götter an die Menschen einen eigenen Zugang zum Göttlichen, ja zur Gottheit und zur Wahrheit eröffnen könnte, wenn er in der richtigen Weise genossen würde.

Das Klangforum Wien ist die Wege der athenischen Weisen des 6. Jahrhunderts vor Christus zum ersten Mal im Jahr 2001 nachgegangen. Die Erfahrung mit dieser antikischen Sozialtechnik ist seither bei allen Aufführungen in Wien, Venedig, Salzburg, Dresden, Budapest, Bozen, Donaueschingen, Margreid und Luxemburg gleich und gleich glückhaft geblieben: Eine gleichschwebende Gesamtstimmung trägt ein gemeinsames, intensives Hörerlebnis während dieses achtstündigen Konzerts, das noch kein Gast vor seinem Ende verlassen hat.

Musik unserer Zeit, gehört unter den langsam sich verändernden Wahrnehmungsbedingungen geruhsamer Berauschung. Pölster, Futons und bequeme Sitzgelegenheiten bilden eine Installation, die von den Gästen während der Konzerte nach Belieben bewohnt wird. In längeren Pausen werden Speisen und Weine gereicht. Im Lauf einer langen Nacht treten sehr allmählich verschiedene Stadien der Berauschung ein. Ein Wandel zwischen apollinischer und dionysischer Welt, deren Grenzen im Lauf der Nacht verschwimmen und verschwinden.

Mit Musik von Dieter Ammann, Bernd Richard Deutsch, Beat Furrer, Roman Haubenstock-Ramati, Clara Iannotta, Klaus Lang, Gustav Mahler, Enno Poppe, Terry Riley, Salvatore Sciarrino und Iannis Xenakis.

Eine Produktion von netzzeit mit dem Klangforum Wien.