…die kurzen Selbstdarstellungen der Mitglieder über ihren Alltag und ihr Denken: skurril, witzig, philosophisch.

– Südwest Presse

Die aktuelle Pandemie und die entsprechenden Lockdown-Maßnahmen haben unsere gegenwärtige Gesellschaft in kürzester Zeit in ihren gewohnten Ritualen radikal in Frage gestellt.Aktueller denn je erscheint uns in diesem Kontext der vom Graz Kulturjahr 2020 intendierte Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft und die entsprechende Reflexion zu Formen urbaner Zukunft.

Vor dem Hintergrund digitaler Erschöpfung und der Notwendigkeit auf absehbare Zeit Covid-19 kompatible Konzertformate für den Kultur- und Musikbetrieb zu entwickeln, hat sich das Klangforum Wien dazu entschlossen, die ursprünglich für Grazer Wohnzimmer unter Einzug einer digitalen Kommunikationsbrücke zu den Musikerinnen und Musiker des Ensembles konzipierten Formate „hautnaher“ Begegnung mit dem Neuen in der Musik, den Anforderungen der Zeit entsprechend abzuändern.

Das Augenmerk richtet sich nun auf die Innenhöfe unterschiedlichster Wohngebiete möglichst aller Bezirke der Stadt Graz. Dem Innenhof als der dem Wohnzimmer vorgelagerte urbane Raum wird künftig eine besondere Bedeutung zuwachsen.

Das Klangforum Wien lädt die Bewohnerinnen und Bewohner zu einer neuen Vertrautheit auf Sicht- und Hörweite ein und erkundet den akustischen Raum mittels starker Positionen des gegenwärtigen Musikschaffens. Fenster und Balkontüren werden geöffnet und die Wohnräume werden zu temporären Logen, von denen man aus unerhört Neues erfährt. In der gemeinsamen Erfahrung dieses neuen Konzerterlebnisses werden die Zuhörer eine Vorstellung von Klang für die eigenen Baulichkeiten entwickeln und das aktuelle Misstrauen gegenüber einem traditionellen Konzertbesuch weicht der Vertrautheit mit der eigenen Umgebung, die selbst zu klingen beginnt.

 

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