John Cage

Murray Schafer

R. Murray Schafer zählt zu Kanadas prominentesten Komponisten  von internationalem Renommé. In einem Zeitalter immer größerer Spezialisierung  erwies er sich stets als wahrer Renaissancemensch.

1933 in Sarnia, Ontario, geboren, hat Murray Schafer nicht nur auf Grund seiner Verdienste als Komponist, sondern auch als Lehrer, Umweltaktivist, Literaturwissenschaftler, darstellender Künstler und Provokateur nationale und internationale Berühmtheit erlangt. 1952 wurde ihm in Großbritannien von der Royal School of Music ein Lizenziat im Fach Klavier verliehen; seine weiteren Studien führten ihn an das Royal Conservatory of Music und an die Universität von Toronto, sowie in der Folge nach Österreich und England, wo er sich autodidaktisch mit Literatur, Philosophie, Musik und  Journalismus auseinandersetzte. Vor allem als Komponist überaus produktiv, schrieb er für unterschiedlichste Genres,  von Werken für Orchester über Chormusik bis hin zu Musiktheater und Multimedia- Ritualen.

Seine vielfältigen Interessen werden von der großen Bandbreite und Tiefe von Werken wie „Loving“ (1965), „Lustro“ (1972), „Musik für Wilderness Lake“ (1979), das Flöten-Konzert (1984) oder das World Soundscape Project ebenso wie von seinem zwölfteiligen Patria Musiktheater Zyklus widergespiegelt. Sein wichtigstes Buch, „Die Ordnung der Klänge“ (1977) dokumentiert die Ergebnisse des World Soundscape Projekts, das soziale, wissenschaftliche und künstlerische Aspekte des Klangs mit einbezog und das Konzept der Akustischen Ökologie einführte.
Das Konzept dieser „Klanglandschaften“ vereint in sich einen Großteil seines musikalischen und dramatischen Schaffens wie auch seine erzieherischen und kulturellen Theorien.


Zu seinen weiteren wichtigen Publikationen zählen „E.T.A. Hoffmann und die Musik“ (1975), „Ezra Pound und seine Musik“ (1977), „Über Kanadische Musik“ (1984), „Stimmen der Tyrannei: Tempel der Stille“ (1993) und „Das denkende Ohr: Über Musikerziehung“ (1986). Er erhielt Aufträge von unterschiedlichen Organisationen, sowie zahlreiche Preise für sein Schaffen. So war er der erste Preisträger des Glenn Gould Preises für Musik und Kommunikation sowie des Molson Award für herausragende Verdienste um die Kunst. 2005 erhielt er den Walter Carsen Preis vom Canada Council for the Arts, eine der größten Auszeichnungen für das Lebenswerk eines kanadischen Künstlers.