Gerald Resch

Gerald Resch wurde 1975 in Linz geboren. Er  studierte in Wien Komposition bei Michael Jarrell sowie Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität. Studienaufenthalte in Köln, Berlin, Paris und Rom förderten eine musikalische Poetik, die sich eng mit unterschiedlichsten Einflüssen aus nicht-musikalischen Bereichen (Architektur, Geologie, Sprachwissenschaft, Textilkunst usw.) auseinandersetzt. Die Kompositionen von Gerald Resch sind durch Farbigkeit, Organik und Dramaturgie sowie durch eine Offenheit für unerwartete Verlaufe gekennzeichnet.

 

Zahlreiche Auszeichnungen (Composer in Residence: Wiener Concert-Verein, ARGE KomponistInnenforum Mittersill, Weimarer Frühjahrstage für Neue Musik), und Stipendien (Republik Österreich, Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Österr. Akademie der Wissenschaften, Wiener Symphoniker, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie der Theodor-Körner-Stiftung Kompositionspreis), wurden den Komponisten bisher verliehen.

 

Er komponiert unter anderem für: Internationales Brucknerfest Linz, die reihe, Wiener Concert-Verein, Leschetitzky Trio, Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Wien Modern, Duo Stump-Linshalm, Stadt Linz, Nieuw Ensemble Amsterdam, Ensemble Reconsil Wien, Berliner Konzerthausgesellschaft, Wiener Konzerthausgesellschaft und das Klangforum Wien.
 

Collection Serti für 14 Instrumente UA

„Collection Serti“ ist Teil eines abendfüllenden „Dramatischen Konzerts für großes Ensemble und Konzerthauspersonal“, das das Klangforum Wien in Zusammenarbeit mit dem belgischem Künstler Patrick Corillon und Netzzeit Produktion im Auftrag von WIEN MODERN und der Wiener Konzerthausgesellschaft entwickelt hat.
Der Abend thematisiert in mehreren Konzerten und Installationen die Leidenschaft des ungarischen Schriftstellers Oskar Serti (Budapest, 1891 - Amsterdam 1959) für Konzerte und Konzerthaus.
Bestandteil der Installationen ist eine Ausstellung von Nachbildungen der Objekte der „Collection Serti“, einer Sammlung von Musikinstrumenten, die bei Uraufführungen wichtiger Werke in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gespielt wurden. Die Musikinstrumente dürfen nach Sertis Willen die Vitrinen nicht verlassen, aber von Zeit zu Zeit in den Vitrinen selbst gespielt werden.

 
Mein etwa 15-minütiges Stück „Collection Serti“ geht von dieser Konstellation aus: 14 Musiker steigen nach und nach in die 14 Vitrinen und beginnen, ohne Koordination durch einen Dirigenten,  Solostücke zu spielen, die sich immer stärker überlappen.
Nach und nach verdichtet sich die Musik zu einem kompakten Ensemblestück aus 14 gleichzeitig erklingenden Partien. Dabei lege ich besonderes Augenmerk darauf, dass sich das Ensemble gewissermaßen von selbst organisiert, die Musiker auf bestimmte akustische Signale reagieren und auch ohne gegenseitigen Sichtkontakt musikalisch interagieren.
 
Diese Idee erfordert eine Partitur, die ohne Taktkoordination aus flexibel ineinander verschiebbaren Modulen besteht. Die Musiker anhand ihrer Einzelstimme einerseits übersichtlich durch das Stück zu führen, andererseits Teil des ganzen sein zu lassen und also anhand ausführlicher Stichnoten bzw. Parallelsystemen mitzuteilen, was im Gesamtensemble außerdem an Charakteristischem passiert, ist sowohl kompositorisch wie auch logistisch und notensatztechnisch eine große Herausforderung. (Gerald Resch)