
Bernhard Lang
Bernhard Lang wurde 1957 in Linz (Österreich) geboren. Er besuchte das Gymnasium und erhielt Klavierunterricht am Bruckner Konservatorium, bevor er nach Graz übersiedelte, um Jazzklavier, klassisches Klavier und Musikarrangement zu studieren; daneben widmete er sich auch den Fächern Philosophie und Deutsche Sprachwissenschaft. Zwischen 1977 und 1981 arbeitete er mit einer Reihe von Jazz-Formationen, darunter dem Erich Zann Septett.
Nach Beendigung seines Klavierstudiums begann er, Komposition bei dem polnischen Komponisten Andrej Dobrowolsky zu studieren, der ihn in die Techniken neuer Musik einführte. Außerdem lernte er bei Hermann Markus Pressl, der ihn im Kontrapunkt unterrichtete und mit dem Werk von Josef Matthias Hauer bekannt machte.
Nach Beendigung seines Klavierstudiums begann er, Komposition bei dem polnischen Komponisten Andrej Dobrowolsky zu studieren, der ihn in die Techniken neuer Musik einführte. Außerdem lernte er bei Hermann Markus Pressl, der ihn im Kontrapunkt unterrichtete und mit dem Werk von Josef Matthias Hauer bekannt machte.
Seit 1988 unterrichtet er Musiktheorie, Harmonielehre und Kontrapunkt an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz; seit 2003 hat er außerdem eine Professur für Komposition dort inne. In Graz begegnete er Gösta Neuwirth, der einen großen Einfluss auf ihn haben sollte und der ihn auch abseits des universitären Betriebes viele Jahre lang in Komposition unterrichtete.
Georg Friedrich Haas machte ihn mit mikrotonaler Musik bekannt und erteilte ihm 1988 einen Auftrag für ein Viertelton-Stück für das Musikprotokoll. Seit diesem Zeitpunkt werden seine Stücke bei zahlreichen Festivals aufgeführt, darunter beim steirischen herbst, dem Moskauer Alternativa Festival und dem Festival Moskau Modern, bei der Biennale Hannover, den Tagen Absoluter Musik Allentsteig I und II, den Klangarten I und IV, den Los Angeles Resistance Fluctuation, den Darmstädter Ferienkursen, den Salzburger Festspielen, bei Wien Modern und den Festivals in Donaueschingen und Witten. 1998 war er Gastdozent in Peter Weibels Medienklasse in Wien; 2006 stand er als einer der porträtierten Komponisten im Mittelpunkt des Festivals Wien Modern.
Am Institut für Elektronische Musik Graz entwickelte er einen Loop-Generator sowie, gemeinsam mit Winfried Ritsch und Thomas Musil, einen Visuellen Loop Generator. Unter seinen Werken sind zahlreiche Klanginstallationen, darunter „Schwarze Bänder“ für Musica Viva 2005. Seit 2003 arbeitet er wiederholt mit namhaften Choreographen zusammen, darunter Xavier Le Roy, Christine Gaigg und Willi Dorner. Außerdem tritt er solistisch sowie im Rahmen eines Duos live als Improvisator auf. Zur Zeit lebt Bernhard Lang in Wien.
DW 2
Monadologie XII (UA)
Das zwölfte Stück der Monadologie – Serie nimmt wieder auf einen von mir selbst komponierten Ausgangstext bezug: für die drei solistischen Instrumente Trompete, Saxophon und Klarinette schrieb ich zunächst ein freies Konzertstück, welches ich dann mit Hilfe zellulärer Automaten und Granulatoren monadisch zerstäubte. Dieses Verfahren versucht eine Analogie zu den Filmen des Raffael Montanez Ortiz herzustellen, welche die Destruktion gefundener Materialen mittels granularer Analyse demonstrieren.
Die drei recht unterschiedlich langen Sätze erzählen eine verborgene Geschichte:
I. Introduktion: The Ritual of Tearing out the Heart [~23’]
II. Teil 2 : The Awakening [~8’]
III. Teil 3: Sweet Revenge [~06:40’]
Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien.
(Berhnard Lang, Wien 9. April 2011)
Monadologie VII: …for Arnold…
zählt zu einer neuen Werkserie, anknüpfend an die Differenz/Wiederholungs-Arbeiten. Die ersten sieben Stücke entstanden zwischen 2007 und 2009.
Differenz/Wiederholung 2 ist ein multimediales Stück, das eine Musikperformance eines elektrischen Instrumentalensembles mit drei Stimmen ebenso wie eine Videoinstallation auf mehreren Projektionswänden einschließt.
Das Stück wurde vom Musikprotokoll 1999 in Auftrag gegeben und mit großem Erfolg am 2.10.1999 im Grazer Stefaniensaal uraufgeführt.
Monadologie XII (UA)
Die drei recht unterschiedlich langen Sätze erzählen eine verborgene Geschichte:
I. Introduktion: The Ritual of Tearing out the Heart [~23’]
II. Teil 2 : The Awakening [~8’]
III. Teil 3: Sweet Revenge [~06:40’]
Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien.
(Berhnard Lang, Wien 9. April 2011)
Monadologie VII: …for Arnold…
zählt zu einer neuen Werkserie, anknüpfend an die Differenz/Wiederholungs-Arbeiten. Die ersten sieben Stücke entstanden zwischen 2007 und 2009.
Diese Stücke lassen sich durch folgende, weitgehend durchgängig angewandte Prinzipien charakterisieren:
1.
das so genannte „Monadologische Prinzip“ : die harmonischen Texturen basieren auf kleinen zellulären Partikeln, welche mittels Zellulärer Automaten organisiert werden.
2.
das Prinzip der zeitlichen Granulierung durch differente Loops: aus den autogenerativen Harmonischen Strukturen werden zeitliche Zellen ausgelesen, in Analogie zu den kinematografischen Techniken von Raphael Montañez Ortiz und Martin Arnold.
3.
Das Prinzip der Metakomposition: Die musikalischen Monadologien nehmen ab Monadologie II kleine Motivpartikel aus existierenden Partituren zum Ausgangspunkt der Entwicklungen. Auch hier stellt der Metafilm Arnolds und Ortiz den Bezugpunkt her.
Im Fall der Monadologie VII: …for Arnold ist Arnold Schönbergs Kammersinfonie Op.38 die zitierte Referenz, aus den vier Hauptthemenkomplexen werden die „Stammzellen“ für die zellulären Wachstumsprozesse entnommen, die vier Teile des Stücks spiegeln rudimentär die ursprüngliche formale Anlage von op.38. wieder.
Im Stück selbst kommt es immer wieder zu „katastrophischen“ Episoden, der Entwicklungsfluss gerät in verhängnisvolle Schleifen, „hängende“ Schallplatten, defekte CD-Player könnten assoziiert werden. (Bernhard Lang)
Die Sätze:
1 Thema 1 (8’)
2 Thema 2 (5’)
3 Thema 3 (4’)
4 Thema 4 (3’)
Coda
2 Thema 2 (5’)
3 Thema 3 (4’)
4 Thema 4 (3’)
Coda
