
Jonathan Nott
Seit dem Jahr 2000 ist Jonathan Nott erster Dirigent der Bamberger Symphoniker und hat in dieser Zeit einen starken Einfluss auf das Orchester ausgeübt. Tom Service schrieb in „The Guardian": „Es ist ihnen gelungen, gemeinsam eine der aufregendsten Partnerschaften der letzten neun Jahre auf dem Gebiet der Orchestermusik zu begründen." Mit seinen anspruchsvollen Programmen hat das Orchester sich einen speziellen Namen in der musikalischen Welt geschaffen; insbesondere die Kombination zeitgenössischer mit traditioneller klassischer Musik eröffnet immer wieder neue spannende Einblicke in das Standardrepertoire.
Seit seiner Ernennung hat Nott das Orchester regelmäßig auf Tourneen nach Südamerika, Russland, Japan und in die USA geführt; sie waren zu Gast bei den Salzburger Festspielen, dem Edinburgh International Festival und den BBC Proms. 2007 erhielt Nott den Titel „Artiste Etoile" beim Sommerfestival Luzern, wo die Bamberger Symphoniker als orchestra in residence fungierten.
Außerhalb von Bamberg hat Jonathan Nott immer wieder mit den weltweit bedeutendsten Orchestern zusammengearbeitet, wie den Berliner Philharmonikern, dem New York und Los Angeles Philharmonic, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg und den Münchner Philharmonikern. Er trat mit den Wiener Philharmonikern beim Festival Wien Modern und im Rahmen der Salzburger Festspiele auf, dirigierte das Gustav Mahler Jugendorchester auf seiner erfolgreichen Europatournee 2009 und kehrte anlässlich seines Debuts mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra im Juni 2010 in seine Heimatstadt zurück. Die Saison 2010/11 bringt außerdem eine erneute Begegnung mit dem NHK Symphony Orchestra, dem Ensemble Intercontemporain, dem Netherlands Radio Philharmonic, dem Oslo Philharmonic, sowie Debuts mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Philadelphia Orchestra und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin.
Als gebürtiger Engländer absolvierte Jonathan Nott sein Musikstudium an der Cambridge University, studierte die Fächer Gesang und Flöte in Manchester und Dirigieren in London. Seine Karriere als Dirigent begann an den Opernhäusern in Frankfurt und Wiesbaden, wo er alle Opern des gängigen Repertoires dirigierte, darunter einen kompletten Ring-Zyklus mit Siegfried Jerusalem. Er leitete außerdem das Radio-Sinfonieorchester des SWR Stuttgart anläßlich einer „Elektra"-Produktion mit Hildegard Behrens in der Titelrolle beim Festival in Baden-Baden; im Anschluss daran übernahm Eva Marton die Partie bei den Folgeaufführungen am Opernhaus in Wiesbaden. In dieser Zeit begann auch seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern. 1997 ernannte ihn das Luzerner Sinfonieorchester zu seinem Ersten Dirigenten, dem folgte 2000 das Ensemble Intercontemporain.
Während seiner Zeit in Bamberg rief Jonathan Nott eine „Artist in residence"-Serie ins Leben, die zu einer engen Zusammenarbeit mit Künstlern wie Vadim Repin, Truls Mørk und Pierre-Laurent Aimard führte. Er übernahm außerdem den Vorsitz bei dem alle drei Jahre stattfindenden internationalen Mahler Dirigier-Wettbewerb. Als wichtiger Fürsprecher zeitgenössischer Musik war und ist Nott für eine große Anzahl an Uraufführungen von Werken renommierter Komponisten der Gegenwart verantwortlich. Für Warner Classics spielte er Ligetis Gesamtwerk, inklusive Requiem, mit den Berliner Philharmonikern ein.
Nott kann auf eine lange Liste von preisgekrönten Plattenaufnahmen verweisen, darunter Werke von Mahler, Schubert und Strawinsky mit den Bamberger Symphonikern in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, die beim Schweizer Label Tudor Records erschienen sind. Ihre letzte gemeinsame Aufnahme, eine Einspielung von Mahlers 9. Symphonie, erhielt 2009 den Internationalen Toblacher Komponierhäuschen Preis; die Jury hob besonders die „atemberaubende Intensität, das intuitive Verständnis und die bezwingende innere Logik" der Aufnahme hervor. Im Jänner 2010 wurde die CD bei den MIDEM Classical Awards in der Kategorie „Symphonische Werke" preisgekrönt.
Im Oktober 2009 erhielt Jonathan Nott den E.ON AG Preis für Kultur.
