Baldur Brönnimann

In Europa arbeitet Baldur Brönniman regelmäßig mit dem Scottish Chamber Orchestra zusammen, dessen letzte gemeinsame Konzerte von der Kritik besonders gefeiert wurden: „Das Konzert des SCO … war eine spannende, magische Reise durch die Mysterien der Klangwelten ... Weder Kodálys zigeunerisch inspirierten „Tänze aus Galánta" noch Bartóks großes Meisterwerk „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta" sind unbekannt. Aber man hört sie selten so wie diesmal ... atmosphärisch dicht und voll Leuchtkraft dirigiert von Baldur Brönnimann."
Brönnimann debutierte 2008 an der Spitze des Bergen Philharmonic Orchestra mit Saariahos „L'Amour de Loin" beim Internationalen Festival Bergen, was ihm umgehend eine erneute Einladung zum Festival des Folgejahres einbrachte; und er wird auch 2011 wieder zu Gast in Bergen sein. Im April 2009 trat er zum ersten Mal mit dem Seoul Philharmonic Orchestra auf, mit dem er drei Programme erarbeitete: Stravinskys „Feuervogel-Suite (1919)" und de Fallas „Dreispitz" waren in der Haupt-Konzertreihe zu hören, die beiden anderen Programme im Rahmen der Unsuk Chin Ars Nova-Serie. Er unterhält eine enge Beziehung zum Auckland Philharmonia Orchestra, das er mindestens einmal jährlich dirigiert und mit dem er ein breitgefächertes Repertoire mit Solisten wie Midori und Brett Dean erarbeitet hat; und er feierte jüngst sein erfolgreiches Debut als Dirigent des Tasmanian Symphony Orchestra.

Auftritte mit Stockhausens „Gruppen" in der unterirdischen Parkgarage der Casa da Musica in Porto, ein Birtwistle Programm, unter anderem mit den „Earth Dances", beim italienischen Settembre Musicale (2008), ein Thomas Adès Programm, darunter das Stück „Asyla", für das Stockholmer Adès Festival 2009, Debüts mit dem Iceland und dem Malmö Symphony Orchestra und zahlreiche Projekte mit der London Sinfonietta und dem Klangforum Wien, die er beide im kommenden Jahr in ihren Haupt-Konzertreihen erneut dirigieren wird, gehören zu den weiteren Höhepunkten der letzten Zeit.

2008 debutierte Brönnimann an der English National Opera mit Olga Neuwirths Adaption von David Lynchs „Lost Highway"; er kehrte im September 2009 mit Ligetis „anti-anti-Oper" „Le Grand Macabre" in einer Produktion der katalanischen Truppe La Fura dels Baus an das Haus zurück, die von der internationalen Kritik stürmisch gefeiert wurde. Als Musikdirektor des Kolumbianischen Nationalen Symphonie-Orchesters hat Brönnimann die letzten zwei Jahre hindurch mit den Musikern die zentralen Werke des 18. und 19. Jahrhunderts mit der ihm eigenen unverbrauchten Herangehensweise und großen Energie erarbeitet. Seine zukünftigen Pläne sehen die Gründung eines kolumbianischen Jugendorchesters vor, weiters eine Konzertreihe mit kolumbianischer Musik aus den Jahren 1810 bis 2010 anlässlich der Feier des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit des Landes; ein symphonisches Sommer-Festival, eine Schumann-Serie sowie eine ganze Bandbreite von pädagogischen Aktivitäten. 

Brönnimann legt größten Wert auf die Arbeit mit jungen Musikern; in den letzten Jahren hat er wiederholt mit dem Australian Youth Orchestra, dem National Youth Orchestra of Scotland und mit einer Reihe von anderen Ensembles von Jugendlichen und Studenten gearbeitet. Es ist im stets ein Anliegen, pädagogische Elemente in seine Arbeit zu integrieren; und auch in seiner Funktion als Präsentator bei solchen Projekten ist er weltweit äußerst erfolgreich.

Seine Ausbildung erhielt Brönnimann an der Musikakademie in Basel und am Royal Northern College of Music in Manchester, wo er in Folge zum Gastlektor im Fach Dirigieren ernannt wurde.